| Der Wacholder gehört zur Familie der Zypressengewächse und
hat viele Erscheinungsformen. Mal Strauch und mal Baum, säulenförmig oder
von flachem Wuchs. Unabhängig vom Habitus ist er aber stets ein immergrüner
und meist stark stechender Nadelbaum, der zwar keine typischen, verholzten
Zapfen hat, der aber Beerenzapfen bildet: im Juli des ersten Jahres schliessen
sich die Nähte zwischen den Schuppen, im Winter des zweiten oder dritten
Jahres reifen die innen liegenden Samen und ab dem Sommer des zweiten Jahres
werden die Beerenzapfen dann schwarzblau, so wie wir sie als "Wacholderbeeren"
kennen, welche gerne beim Kochen für Wildgerichte oder zum Beizen sowie
für die Herstellung von Wacholderschnaps (z.B. auch Gin) verwendet werden. |
| Verbreitet werden die Samen überwiegend von
Vögeln wie Drosseln und Wildhühnern. Daraus wachsen dann entweder rein männliche
oder weibliche Pflanzen, was man in der Botanik als zweihäusig bezeichnet.
Der Wacholder kann eigentlich fast überall wachsen, vorausgesetzt es machen
ihm andere Pflanzen nicht das Sonnenlicht streitig, da er äusserst lichtbedürftig
ist. Er ist zwar sehr langsamwüchsig, kann dafür aber auch sehr alt werden:
500 - 2000 Jahre sind möglich! Er ist praktisch über die gesamte Nordhalbkugel
verbreitet und wächst vom nassen Hochmoor oder trockenen Sandboden oft bis
hinauf in 1500-1600 m Höhe im Gebirge. Aufgrund der stechenden Nadeln wird
der Wacholder selbst von Schafen und Ziegen gemieden, wodurch er oftmals
in Heidegebieten fast die einzige grössere Pflanze zu sein scheint, aber
in seinem Schutz können auch wieder Vogelbeeren, Birken oder Eichen wachsen.
Dies nennt man dann Ammenverjüngung. Andererseits ist der Wacholder aber
auch in seinem Bestand bedroht, wenn nicht durch Schafbeweidung entsprechende
Flächen offen gehalten werden. Das Holz wird überwiegend für Drechslerarbeiten
oder zum Schnitzen verwendet. Oder es landet wegen seines würzigen Aromas
mit Fleisch- und Wurstwaren oder Fisch im Räucherofen.... In der Mythologie
wird beschrieben, dass ein Trank aus den "Beeren" hellseherische Fähigkeiten
verleihen soll. In Heidegebieten hat der Wacholder vor allem in der Dämmerung
die Fantasie der Menschen beflügelt und wurde daher seit jeher gerne an
Grabstellen als Hüter an der Schwelle von Leben und Tod gepflanzt. Auf jeden
Fall ist der Wacholder ein anspruchsloser und optisch schöner Baum, der
ruhig öfter in die Landschaft oder in Gärten gepflanzt werden könnte. Nur
viel Licht braucht er halt. |
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