Baum des Jahres 2002

Schwarzerle (Alnus glutinosa)

Der Wacholder gehört zur Familie der Zypressengewächse und hat viele Erscheinungsformen. Mal Strauch und mal Baum, säulenförmig oder von flachem Wuchs. Unabhängig vom Habitus ist er aber stets ein immergrüner und meist stark stechender Nadelbaum, der zwar keine typischen, verholzten Zapfen hat, der aber Beerenzapfen bildet: im Juli des ersten Jahres schliessen sich die Nähte zwischen den Schuppen, im Winter des zweiten oder dritten Jahres reifen die innen liegenden Samen und ab dem Sommer des zweiten Jahres werden die Beerenzapfen dann schwarzblau, so wie wir sie als "Wacholderbeeren" kennen, welche gerne beim Kochen für Wildgerichte oder zum Beizen sowie für die Herstellung von Wacholderschnaps (z.B. auch Gin) verwendet werden.

Verbreitet werden die Samen überwiegend von Vögeln wie Drosseln und Wildhühnern. Daraus wachsen dann entweder rein männliche oder weibliche Pflanzen, was man in der Botanik als zweihäusig bezeichnet. Der Wacholder kann eigentlich fast überall wachsen, vorausgesetzt es machen ihm andere Pflanzen nicht das Sonnenlicht streitig, da er äusserst lichtbedürftig ist. Er ist zwar sehr langsamwüchsig, kann dafür aber auch sehr alt werden: 500 - 2000 Jahre sind möglich! Er ist praktisch über die gesamte Nordhalbkugel verbreitet und wächst vom nassen Hochmoor oder trockenen Sandboden oft bis hinauf in 1500-1600 m Höhe im Gebirge. Aufgrund der stechenden Nadeln wird der Wacholder selbst von Schafen und Ziegen gemieden, wodurch er oftmals in Heidegebieten fast die einzige grössere Pflanze zu sein scheint, aber in seinem Schutz können auch wieder Vogelbeeren, Birken oder Eichen wachsen. Dies nennt man dann Ammenverjüngung. Andererseits ist der Wacholder aber auch in seinem Bestand bedroht, wenn nicht durch Schafbeweidung entsprechende Flächen offen gehalten werden. Das Holz wird überwiegend für Drechslerarbeiten oder zum Schnitzen verwendet. Oder es landet wegen seines würzigen Aromas mit Fleisch- und Wurstwaren oder Fisch im Räucherofen.... In der Mythologie wird beschrieben, dass ein Trank aus den "Beeren" hellseherische Fähigkeiten verleihen soll. In Heidegebieten hat der Wacholder vor allem in der Dämmerung die Fantasie der Menschen beflügelt und wurde daher seit jeher gerne an Grabstellen als Hüter an der Schwelle von Leben und Tod gepflanzt. Auf jeden Fall ist der Wacholder ein anspruchsloser und optisch schöner Baum, der ruhig öfter in die Landschaft oder in Gärten gepflanzt werden könnte. Nur viel Licht braucht er halt.