Baum des Jahres 2009

Bild einer Habitus Gruppe Familie: Aceraceae
Gattung: Acer
Art: pseudoplatanus
Deutsch: Bergahorn, Gemeiner Ahorn, Traubenahorn, Waldahorn, Weisser Ahorn, Falsche Platane
Herkunft: Gebirge Europas und Westasiens
Häusigkeit: einhäusig
Ausbreitung: Anemochorie (Verbreitung durch Wind [meteorochie: mit Flügeln])
Bestäubung: Fremdbestäubung, Melitophillie durch Bienen bestäubt
Vermehrung:Steckling

Habitus:
Der Bergahorn ist ein sommergrüner Baum, der bis zu dreißig Meter hoch und bis zu zwei Meter dick werden kann. Im Alter wird er hochschäftig mit breitrunder, ausladender Krone. Er kann ein Alter von dreihundert (aber auch vereinzelt über vierhundert) Jahren erreichen. Der Bergahorn ist vor allem in der Jugend sehr raschwüchsig. Das Wachstum lässt auf durchschnittlichen Standorten aber bereits relativ früh nach, so dass er in der Folge von der (schattenertragenderen) Rotbuche eingeholt und überwachsen wird.

Zerstreutporer:
Der Bergahorn besitzt zerstreutporige Leitungsbahnen (so genannte kleinlumige Tracheen). Diese transportieren das Wasser im jüngsten Jahrring sowie auch noch in einigen der früheren Jahrringe. Die Leitungsbahnen sind relativ dünn. Das ist bei akuter Trockenheit ein großer Nachteil, da es den Zeitraum für einen Wässerungserfolg verlängert.

Knospe der Wahlnuss Rinde:
Als junger Baum hat der Bergahorn eine graugrüne bis rötlichbraune Rinde (ähnlich wie die Buche) die sich im Alter beginnt, als graubraune Schuppenborke abzuKnospe der Wahlnussblättern. Eine Nutzung von Ahornrinde in größerem Umfang findet nicht statt.

 Blätter:
Die Oberseite ist dunkelgrün und die Unterseite graugrün. Die Blätter sind groß, straff, mit fünf breiten, stumpfen Lappen und spitzen Buchten, grob gesägt. Sie sind lang gestielt und gegenständig angeordnet (d.h. es sind sich immer Blätter gegenüber am Zweig). Ihre Größe liegt zwischen 8-16 cm und sie werden im Herbst goldgelb.

 Knospen:
Der Bergahorn hat jeweils eine (größere) Endknospe und zwei (kleinere) Seitenknospen. Die Knospenfarbe ist meist sattgrün, der Rand der Knospenschuppen oft dunkel (bräunlich). Auch die Knospen sind gegenständig, da sie stets in den alten Blattachseln wachsen. Der Bergahorn blüht jährlich im April/Mai, in Hochlagen jedoch nur alle 2- 3 Jahre.

Schaft aus Walnussholz Blüte:
Die Blüten sind eingeschlechtig, zum Teil auch zwittrig. Die männlichen, weiblichen und zwittrigen, gestielten Blüten bilden 8-15 cm lange, traubenartige, dichtblütige gelbgrüne bis rötliche, hängende Rispen.

Frucht:Knospe der Wahlnuss Die Frucht besteht aus zwei Karpellen, die sich, wenn sie reif sind trennen. Die Frucht nennt man auch Flügelnuss. Bei den Kindern sind diese „Nasenzwicker“ sehr beliebt. Die Flügelfrüchte sind ungefähr rechtwinklig bzw. stumpfwinkelig abstehend angeordnet. Diese Flügelfrüchte können dank ihrer Tragfläche mit dem Wind weite Strecken zurücklegen. Die Sämlinge bilden immer zuerst zwei weidenblattförmige Keimlingsblätter, bevor die ersten typischen Ahornblätter erscheinen.

 Wurzeln:
Der Bergahorn ist als Herzwurzler eher ein Tiefwurzler: Er besitzt Herz- und Senkwurzeln mit geringer Wurzelenergie. Herzwurzler sind typisch für die Mehrzahl der Laubgehölze. Kennzeichnend sind viele senkrechte Hauptwurzeln, die ein kompaktes Wurzelsystem bilden. Die strahlenförmig abgehenden Wurzeln ermöglichen ein intensives Aufschließen des Wurzelraumes. Bei dem Bergahorn ist der rasche Streuabbau (d.h. die schnelle Zersetzung des abgeworfenen Herbstlaubes) typisch und er verteilt seine Wurzeln daher auch schnell in der ganzen Erdumgebung.

Standortbedingungen:
Der Bergahorn mag es sonnig bis halbschattig. Er ist einigermaßen anspruchslos, bevorzugt aber frische bis feuchte, tiefgründige, kalkhaltige BSchaft aus Walnussholzöden und ist nicht staunässeverträglich. Der Bergahorn ist (im Alter) außerordentlich frosthart, sehr windresistent und ziemlich salzverträglich, dafür aber sehr empfindlich gegenüber Luftverschmutzung, hitzeempfindlich, und in der Jugend spätfrostgefährdet. Er gedeiht am besten bei reichlicher Wasserversorgung, weshalb er eben bevorzugt in den niederschlagsreichen Bergen wächst.

Verwendung:
Der Bergahorn hat eine große Schutzwirkung für Hänge, da er ein Herz- bis Senkerwurzelsystem besitzt. Er treibt nach dem Absägen auch immer wieder mit Stockausschlägen aus, was ihn in Schutzwäldern sehr wichtig macht – z.B. auch nach einem Steinschlag oder Ähnlichem. Der Ahorn kann im Lebendverbau verwendet werden, da er als Bodenfestiger gilt. In primären Sukzessionen ist er sehr beliebt. Er liebt einen basenreichen, feuchten Standort, der entsprechend nährstoffreich ist. Auch Nordlagen mit erhöhter Luftfeuchtigkeit sind kein Hindernis für ihn. In höheren Lagen kommt er jedoch mehrheitlich an Sonnenhängen vor. Im Gartenbau wird der Bergahorn nur in größeren Gärten oder Parks verwendet. Im Landschaftsbau wird der Bergahorn meistens in großen Anlagen verwendet, wo sein Habitus voll zum tragen kommt. Er ist auch ein guter Straßenbaum (Alleebaum) der salzresistent ist, wodurch er sich im innerstädtischen Bereich sehr gut eignet.

 Ökologische Bedeutung:
Der Bergahorn ist eine sehr gute Bienenweide. Weiter eignet er sich sehr gut für Wild zur Äsung und auch als Deckung, wenn er starke Stockausschläge hat. Für die Bodenbildung ist er ein mäßig bedeutsamer Baum, wobei aber Erosionen vermieden werden. Vor allem in höheren Bergregionen hat der Bergahorn eine große Bedeutung für die Tierwelt. Der Bergahorn „honigt“, d.h. bei starkem Blattlausbefall tropft von den Blattläusen viel klebriger Honigtau zu Boden. Der BRinde der Wahlnussergahorn kann bis auf eine Höhe von ca. 1700m.ü.M. vorkommen, wobei sein Durchschnittswert bei ca. 900 m.ü.M liegt.

Gefährdung/Krankheiten:
Bei Jungbäumen besteht eine Spätfrostgefahr. Es kann durch Ahornrunzelschorf eine Reduktion der Assimilation erfolgen. Dies hat nachteilige Auswirkungen auf die Resistenz gegenüber anderen Krankheiten oder Schädlingen. Da der Bergahorn ein sehr beliebtes Äsungsgehölz ist, leidet er auch unter Fraßschäden von Wild und teilweise auch Mäusefraß. Eine besonders in Stadtgebieten häufig zu beobachtende Erkrankung ist der Befall mit Rhytisma acerinum, der Teerfleckenkrankheit. Diese Krankheit tötet den Baum jedoch nicht.

Wahlnussbaum
Holzbeschreibung:

Kernholzfarbe: gelblichweiß bis weiß
Splintholzfarbe: gelblichweiß bis weiß
Gefäßanordnung: Zerstreuporig

Das Holz des Bergahorns ist ein hellfarbiges (fast weißes), hartes und leicht bearbeitbares Holz. Es ist sehr feinporig, elastisch, zäh und neigt bei zu schneller Trocknung zum Reißen. Gehobelte Längsschnitte sind seidenglänzend und sehr beliebt wenn sie wimmerwüchsig sind (= Riegelahorn). Daraus werden dann die Seitenwände besonders hochwertiger Geigen gemacht. Im Radialschnitt sind die Holzstrahlen als kleine „Spiegel“ sichtbar.

Das Holz des Bergahorns ist weder witterungsbeständig noch besonders resistent gegen Pilz- und Insektenbefall. Deshalb wird es ausschließlich im Innenausbau und Möbelbau verwendet - und der Ahorn war früher der klassische Lieferant für Wirtshaustische. Man verwendet das Furnierholz, aber auch das Holz allgemein für Geräte- und Möbelbau, Parkettböden, Musikinstrumente und im Drechslerbereich. Der wimmerwüchsige Bergahorn (eben der Riegelahorn), wird außer für Geigen auch für besonders schöne helle Möbel eingesetzt. Aufgrund der hohen Rohdichte ist Ahornholz aber auch sein sehr hochwertiger Brennstoff, der im Gegensatz zu harzhaltigen Nadelhölzern im Ofen nicht „spritzt“ und im Gegensatz zu Eichenholz den Kamin nicht nennenswert versottet.