Baum des Jahres 2015

Feldahorn (Acer campestre)Habitus-I

Familie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)

Gattung: Ahorne (Acer)

Der Feldahorn ist die kleinste der in Deutschland heimischen Ahornarten; aber nur 
im Wuchs steht er dem Bergahorn und Spitzahorn etwas nach, nicht aber in seiner Schönheit.


Die hellbraune sanft längs gefurchte Rinde ist ebenso hübsch wie die sanft gebuchteten Blätter, die wie bei allen heimischen Ahornarten fünffingring sind und eine lebhafte Herbstfärbung zeigen. 

Blatt-2

Die Knospen sind etwas kleiner
als bei den anderen Arten, auch die geflügelten Früchte („Nasenzwicker) sind kleiner.

Grundsätzlich bevorzugt der Feldahorn etwas mehr Licht als seine größeren Verwandten, dafür kommt er aber
mit etwas schwereren Böden zurecht.

Verwendung findet das helle zerstreutporige Holz kaum, obwohl es sich in der Optik sowie in den Holzeigenschaften kaum von den anderen heimischen Ahornarten unterscheidet.

Frucht-1

Das Hauptproblem liegt darin, dass der Feldahorn nicht die großen 

Stammdimensionen erreicht und sich zudem meist schon frühzeitig 
mehrfach gabelt, während im Wald wachsende Bergahorne deutlich
stattlichere und geradere Stämme bekommen; umgekehrt ist der
gedrungene Wuchs mit mehreren Stämmen beim Feldahorn ja
gerade auch dekorativ. 

Da das Holz aber wie bei allen einheimischen

Ahornarten relativ hart ist, hat es einen guten Brennwert,
wenngleich es ausschließlich zum Verheizen eigentlich
zu schade ist.


Da der Feldahorn also kaum für forstliche Nutzung geeignet ist,
findet man ihn klassischerweise nur an Waldrändern bzw. in
Feldgehölzen – und genau das ist das Problem: in unserer
modernen hoch technisierten Landwirtschaft gibt es kaum noch
Feldgehölze, weshalb der schöne Baum recht selten geworden ist.
Natürliche Feinde insbesondere aus der Insektenwelt hat der Feldahorn
eigentlich nicht, nur der neu eingeschleppte Asiatische Laubholzbock könnte sich (auch) für den Feldahorn interessieren.