Baum des Jahres 2018

Edelkastanie, Esskastanie (Castanea sativa)

Edelkasstanie

Edelkastanie, Esskastanie (Castanea sativa)

Der Baum des Jahres wird alljährlich ausgewählt vom Kuratorium "Baum des Jahres".

Die Edelkastanie hat im Gegensatz zur Rosskastanie für den für Menschen genießbare Früchte – ganz bekannt der Maroniemann auf Weihnachtsmärkten. Wobei man die Maronen (oder Maronies) auch selbst in einer Pfanne ohne Fett rösten kann, noch besser freilich direkt auf einem Holzofen mit Metallkochfeld. Und in Südeuropa wird aus den Früchten ein delikater Brotaufstrich bereitet, der ein wenig an Nuss-Nougat-Creme erinnert, nur eben ohne die Schokoladennote.

Rinde

Rinde Edelkastanie


So schokoladig die braune Fruchtschale der Maronen aussieht, die äußere Fruchthülle ist grünlich und stachelig – daher die namentliche Verwandschaft mit der Rosskastanie. Zweitere gehört zu den Seifenbaumgewächsen und hat gefingerte Blätter mit 5-7 Einzelblättern, die Edelkastanie hat echte Nussfrüchte und Einzelblätter, die relativ groß, langgezogen eiförmig und am Blattrand stark gezahnt sind. Die Blattnarben sind herzförmig.


Das Holz der Edelkastanie ist sehr hochwertig und hat einen echten Kern. Obwohl es sehr hübsch, hart und zudem vergleichsweise dauerhaft ist, wird es bei uns kaum noch verwendet, allenfalls z.B. für Rebpfähle. Wahrscheinlich liegt das daran, dass die Edelkastanie bei uns kaum zu finden ist, am ehesten im Südwesten Deutschlands im Rheingraben. Die Edelkastanie gehört (wie die Eiche) zu den ringporigen Laubhölzern. Ringporigkeit ist eine Anpassung an trockene Standorte, weil die großen Gefäße bei sporadisch auftretendem Regen die

Maronen
Maronen

plötzlich vorhandene Wassermenge relativ schnell in die Baumkrone transportieren können. Die Edelkastanie ist also vergleichsweise trockenheitsresistent und wärmeliebend, weshalb sie eher in Südosteuropa vorkommt. Angesichts des Klimawandels wird sie aber auch hier bei uns zunehmend an Bedeutung gewinnen. Wärmeliebende Baumarten sind meist frostempfindlich, was einer großflächigen Verwendung bei uns tendenziell entgegensteht. Dafür gibt es aber kaum pilzliche oder tierische Schädlinge an der Esskastanie.

Blätter

Blätter